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PFC-frei und wasserdicht: Was bedeutet das?

"PFC-frei und wasserdicht: Was bedeutet das?"

PFC-freie Outdoor-Kleidung kann wasserdicht sein. Entscheidend ist, worauf sich die Angabe bezieht: Imprägnierung, Membran oder das ganze Produkt. So erkennst du den Unterschied und pflegst den Abperleffekt.

Das Wichtigste in Kürze

  1. 01

    Prüfe bei „PFC-frei“, ob der Hersteller die Imprägnierung, die Membran oder das gesamte Produkt meint.

  2. 02

    Verlange für Regenschutz eine ausdrückliche Angabe zur Wasserdichtigkeit. Eine wasserabweisende Imprägnierung allein reicht dafür nicht.

  3. 03

    Lies bei „PFAS-frei“ auch die Fußnote: „ohne absichtlich eingebrachte PFAS“ schließt mögliche Spuren nicht aus.

  4. 04

    Reinige eine Jacke mit nachlassendem Abperleffekt nach Pflegeetikett, bevor du neu imprägnierst oder sie ersetzt.

PFC-frei und wasserdicht geht, weil zwei Schichten zusammenarbeiten

Der Regen perlt nicht mehr von deiner Jacke ab. Ist sie jetzt undicht? Nicht unbedingt. Eine PFC-freie Regenjacke kann wasserdicht sein, obwohl ihr Außenstoff nass wird. Für den Regenschutz sorgt bei solchen Jacken eine Membran, also eine dünne wasserdichte Schicht, oder eine entsprechende Beschichtung. Die Imprägnierung auf dem Oberstoff hält dagegen den Abperleffekt aufrecht.

PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien, oft auch Fluorcarbone genannt. Solche Stoffe wurden für wasser-, fett- und schmutzabweisende Ausrüstungen eingesetzt. Für wasserabweisende Oberflächen gibt es Alternativen ohne diese Stoffgruppe. Auch Membranen können aus anderen Materialien bestehen.

Wasserabweisend und wasserdicht erfüllen verschiedene Aufgaben

BestandteilAufgabeWas du daraus ableiten kannst

DWR-Imprägnierung auf dem Oberstoff

Lässt Wasser abperlen; DWR bedeutet dauerhaft wasserabweisende Ausrüstung

Die Angabe beschreibt die Oberfläche, keinen vollständigen Regenschutz

Wasserdichte Membran oder Beschichtung

Hält flüssiges Wasser zurück

Die konkrete Produktbeschreibung muss die Wasserdichtigkeit bestätigen

Fertige Regenjacke

Verbindet das Material mit Nähten und Verschlüssen

Achte zusätzlich auf abgedichtete Nähte und geschützte Öffnungen

Die Unterscheidung zählt beim Kauf. Eine nur wasserabweisende Jacke wird durch eine PFC-freie Imprägnierung nicht automatisch zur Regenjacke. Umgekehrt bedeutet ein dunkler, vollgesogener Oberstoff bei intakter Membran noch keinen Wassereintritt.

Was sind PFC und warum heißen sie heute meist PFAS?

PFAS ist die heute gebräuchliche Bezeichnung für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Das Umweltbundesamt verwendet PFC als ältere Bezeichnung derselben Stoffgruppe. Hinter dem Kürzel stehen sehr unterschiedliche Verbindungen. Ein pauschales Urteil über jede einzelne Substanz wäre ungenau.

Problematisch ist ihre Beständigkeit. Viele PFAS beziehungsweise ihre Abbauprodukte verbleiben sehr lange in der Umwelt. Laut Umweltbundesamt können PFAS aus Textilien entlang des gesamten Lebenszyklus freigesetzt werden, etwa bei der Herstellung, beim Waschen und bei der Entsorgung. Einige Verbindungen reichern sich auch im Menschen an. Nahrung und Trinkwasser sind Aufnahmewege.

Gesundheitliche Auswirkungen sind besonders für einzelne PFAS wie PFOA und PFOS untersucht. Das Umweltbundesamt beschreibt unter anderem Zusammenhänge mit einer verminderten Antikörperantwort auf Impfungen. Die Belastung durch eine bestimmte Jacke lässt sich daraus nicht ablesen.

Die Kennzeichnung verrät nur mit Bezugsgröße genug

„PFC-freie DWR“ ist eine Angabe zur Oberflächenbehandlung. Sie beantwortet die Frage nach dem Membranmaterial noch nicht. Entscheidend sind die Erklärung des Herstellers und der Bezug zum konkreten Modell, nicht allein ein Schlagwort im Filter.

Diese Angaben solltest du vor dem Kauf finden

Ein Laminat ist ein Verbund aus miteinander verbundenen Materialschichten. Eine Angabe dazu umfasst nicht automatisch sämtliche Bestandteile der Jacke. Und selbst „ohne absichtlich eingebrachte PFAS“ verspricht keine analytische Null: Gore weist ausdrücklich auf mögliche Spuren hin.

Bei unklaren Angaben kannst du den Hersteller gezielt nach DWR und Membran fragen. Daneben besteht das REACH-Auskunftsrecht: Enthält ein Erzeugnis einen Stoff der europäischen Kandidatenliste in mehr als 0,1 Massenprozent, ist auf Anfrage innerhalb von 45 Tagen kostenlos Auskunft zu geben. Das erläutert das Umweltbundesamt. Dieses Recht betrifft besonders besorgniserregende Stoffe auf der Liste; es ist kein vollständiger PFAS-Nachweis.

Welche Alternativen zu PFC gibt es bei Outdoor-Kleidung?

Für wasserabweisende Ausrüstungen nennt das Umweltbundesamt beispielsweise Paraffine, Silikone und Polyurethane. Welcher davon auf einem bestimmten Stoff funktioniert, muss die Produktentwicklung klären; aus der bloßen Chemiebezeichnung lässt sich keine Rangfolge für fertige Jacken ableiten.

Bei Membranen kommen andere Kunststoffe infrage. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich die Angaben abgegrenzt sind. Es sind Herstellerbeschreibungen, keine eigenen Prüfergebnisse.

BeispielKonkrete HerstellerangabeGrenze der Aussage

GORE-TEX mit ePE-Membran

Nach Herstellerangaben bestehen diese Membranen aus expandiertem Polyethylen; das zugehörige Laminat einschließlich DWR wird ohne absichtlich eingebrachte PFAS hergestellt, mögliche Spuren bleiben vorbehalten

Gilt für die beschriebenen ePE-Laminate, nicht rückwirkend für jedes GORE-TEX-Produkt

Sympatex-Membran

Nach Herstellerangaben besteht sie aus Polyetherester, einer Verbindung aus Polyester und Polyether, und ist PFAS- sowie PTFE-frei

Die Membranangabe ersetzt keine Erklärung zur Oberflächenbehandlung des fertigen Produkts

VAUDE NoPFAS Finish

Nach Herstellerangaben ist dies eine wasser- und schmutzabweisende Ausrüstung des Oberstoffs ohne Einsatz von PFAS-/PFC-Chemikalien

Beschreibt die Ausrüstung; die Wasserdichtigkeit ist separat zu prüfen

Bei VAUDE im SportFits-Sortiment lohnt deshalb der Blick in die Material- und Technologieangaben des jeweiligen Artikels. Den grundsätzlichen Aufbau erklärt auch unser Beitrag zur GORE-TEX-Membran.

Ein Verzicht auf PFAS beschreibt einen bestimmten chemischen Aspekt. Daraus folgt keine pauschale Aussage über sämtliche Umweltwirkungen des Produkts. Auch die Alternativen müssen nach Zusammensetzung und Anwendung beurteilt werden.

Bei nachlassendem Abperleffekt zuerst reinigen

Ein nasser Oberstoff kann sich kalt und klamm anfühlen, obwohl die Membran weiter Wasser zurückhält. Laut Gore sind PFAS-freie DWR-Ausrüstungen weniger ölbeständig und benötigen regelmäßig Pflege. Ein allgemeines Waschintervall gibt es dafür nicht. Maßgeblich sind Zustand und Pflegevorgaben deiner Jacke.

  1. Pflegeetikett lesen.

    Prüfe Waschverfahren und erlaubte Trocknung. Übertrage die Anleitung einer anderen Jacke nicht ungeprüft auf dein Modell.

  2. Passend reinigen.

    Nutze ein für das Material geeignetes Reinigungsmittel nach Herstelleranleitung. Schmutz und Rückstände können den Abperleffekt beeinträchtigen.

  3. Vorhandene DWR auffrischen.

    Wärme nur einsetzen, wenn die Pflegeanleitung sie vorsieht. Prüfe anschließend mit etwas Wasser, ob sich wieder Tropfen bilden.

  4. Bei Bedarf nachimprägnieren.

    Wähle ein zum Kleidungsstück passendes Mittel und beachte dessen Anleitung. Nach Herstellerangaben benötigt beispielsweise Nikwax TX.Direct Spray-On keine Wärmeaktivierung.

Bei Nikwax-Pflegemitteln gibt es Lösungen zum Aufsprühen und Einwaschen. Nach Herstellerangaben ist TX.Direct Spray-On wasserbasiert und PFC-frei; die Anwendung auf dem Oberstoff eignet sich auch für Bekleidung mit feuchtigkeitstransportierendem Innenfutter. Das macht die Auswahl konkreter als das Wort „Imprägnierung“ allein.

Ob Pflege reicht, entscheidet das Fehlerbild

Prüfe die Jacke vor dem nächsten Einsatz. Verliert nur die Oberfläche ihren Abperleffekt, setzt du bei der Pflege an. Tritt Wasser gezielt an einer Naht ein oder löst sich Material, braucht es eine Prüfung des Schadens. Eine neue DWR repariert keine beschädigte Membran.

Was jetzt zu deiner Situation passt

  1. 1

    Wenn deine Jacke dicht ist, aber Wasser aufnimmt

    dann reinige sie nach Anleitung und prüfe die DWR, bevor du Ersatz suchst.

  2. 2

    Wenn du eine neue Regenjacke brauchst

    dann suche nach belegtem PFAS-Verzicht und bestätigter Wasserdichtigkeit als getrennten Kriterien.

  3. 3

    Wenn die Produktseite nur „PFC-freie Imprägnierung“ nennt

    dann frage nach dem Membranmaterial, falls du auch dort PFAS ausschließen möchtest.

  4. 4

    Wenn Wasser durch beschädigte Stellen eintritt

    dann kläre eine Reparaturmöglichkeit; Nachimprägnieren allein löst das Problem nicht.

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Das Sprühmittel behandelt den Oberstoff. Prüfe vor der Anwendung die Pflegevorgaben deiner Bekleidung und die Anleitung des Mittels.

Nikwax TX.Direct Spray-On ansehen ↗

Häufige Fragen zu PFC-freier Outdoor-Kleidung

Häufige Fragen

Ist PFC-freie Kleidung wasserdicht?

Sie kann wasserdicht sein, wenn Material und Verarbeitung dafür ausgelegt sind. Die Angabe „PFC-frei“ allein beschreibt keinen Regenschutz. Eine lediglich wasserabweisende Jacke hält nicht automatisch längerem Regen stand.

Sind PFC und PFAS das Gleiche?

Im Zusammenhang mit Outdoor-Textilien wird PFC als ältere Bezeichnung für die heute meist PFAS genannte Stoffgruppe verwendet. Entscheidend ist zusätzlich, welche Stoffe und Produktbestandteile der Hersteller mit seiner Angabe erfasst.

Ist jede GORE-TEX-Jacke PFAS-frei?

Das lässt sich aus dem Markennamen nicht ableiten. Gore beschreibt seine ePE-Laminate einschließlich DWR als ohne absichtlich eingebrachte PFAS hergestellt und weist auf mögliche Spuren hin. Prüfe die konkrete Technologie deines Modells.

Muss ich eine ältere Jacke mit PFC entsorgen?

Nein, allein die frühere Ausrüstung ist kein Grund, eine funktionierende Jacke wegzuwerfen. Auch das Umweltbundesamt empfiehlt, vorhandene Outdoor-Kleidung weiter zu nutzen. Halte dich bei der Pflege an die Vorgaben für dein Modell.

Macht ein PFC-freies Imprägniermittel meine alte Jacke PFAS-frei?

Nein. Es erneuert die wasserabweisende Behandlung, entfernt aber keine bereits vorhandenen PFAS aus Membran oder anderen Bestandteilen. Die Zusammensetzung der ursprünglichen Jacke bleibt davon getrennt zu beurteilen.

SportFits Redaktion

Niklas

Marketing & Sales Manager bei SportFits

Niklas ist Marketing & Sales Manager bei SportFits und hat in Regensburg erfolgreich angewandte Sportwissenschaften studiert. Im Magazin schreibt er über Trainingswissenschaften, Fitness und Longevity – mit einem klaren Anspruch: Trends sollen nicht einfach gefeiert, sondern wissenschaftlich eingeordnet werden. Ob neue Trainingsmethoden oder Supplement-Hypes: Niklas schaut genau hin, trennt Substanz von Marketing und übersetzt Erkenntnisse so, dass Leute sie wirklich im Alltag anwenden können. Neben Fitness- und Gesundheitsthemen widmet er sich auch der Frage, was im Outdoorsegment heute wirklich zählt. Gerade weil das Angebot an Marken, Produkten und Technologien immer größer wird, will Niklas Orientierung geben: ehrliche Fakten statt leere Werbesprache, verständliche Einordnung statt Buzzwords – und Inhalte, auf die man sich verlassen kann. Sein Ziel ist es, Kunden dabei zu helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und im Produkt-Dschungel eine klare Linie zu finden. Privat ist Niklas sportlich breit aufgestellt: Er spielt Fußball, trainiert regelmäßig im Fitnessstudio und ist gerne in den Bergen unterwegs – egal ob für aktive Touren, frische Luft oder einfach, um den Kopf frei zu bekommen.

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