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Rad-Saisonstart: 5 Tagestouren in DACH für die erste Ausfahrt

Endlich wieder raus: 5 Radtouren in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die perfekt für den Frühlings-Saisonstart geeignet sind.
Das Wichtigste in Kürze
Vor der ersten Ausfahrt: Reifen, Kette, Bremsen und Beleuchtung unbedingt prüfen – der Winter hinterlässt Spuren.
Fünf klassische Radwege in DACH sind ideal für den Frühlings-Saisonstart – von praktisch flach bis moderat hügelig.
Die ersten Wochen: kurze, lockere Einheiten im GA1-Bereich – Höhenmeter und Tempo kommen erst ab Woche fünf.
Frühjahrsbekleidung nach dem Zwiebelprinzip: drei dünne Schichten schlagen eine dicke Jacke jedes Mal.
Vor der Ausfahrt: Der Bike-Check
Das Fahrrad stand seit Oktober in der Garage. Was im Herbst noch tadellos funktioniert hat, kann nach einem Winter Stillstand nachlassen: Luft verliert sich aus Reifen, Ketten rosten leicht an, Bremsbeläge verhärten. Zehn Minuten Bike-Check vor der ersten Ausfahrt ersparen dir unangenehme Überraschungen unterwegs.
Besonders wichtig: Kein Hochdruckreiniger für die Reinigung – der presst Wasser in Lager und Tretlager, was langfristig teuer wird. Lauwarmes Wasser, eine weiche Bürste und Kettenfett sind alles, was du brauchst.
Die 5 Touren im Überblick
Die fünf Routen sind bewusst unterschiedlich gewählt: von urban und flach bis alpin und hügelig, verteilt über Deutschland, Österreich und die Schweiz. Alle sind gut ausgeschildert, asphaltiert und auch ohne Vorerfahrung mit der Region fahrbar. Keine davon verlangt Rennrad-Fitness – wohl aber Spaß am Pedalieren.
| Tour | Land | Distanz | Höhenmeter | Charakter |
|---|---|---|---|---|
Isar-Radweg München | DE | 30–53 km | < 100 m | Flach, urban, Auwälder |
Donauradweg Passau–Linz | DE/AT | 120 km | < 50 m | Flussradweg, Kultur |
Aare-Radweg Thun–Bern | CH | 32 km | ca. 150 m | Seenlandschaft, Alpenblick |
Südschwarzwald-Radweg | DE | ca. 80 km (Etappe) | 200–300 m | Hügelig, abwechslungsreich |
Bodensee-Radweg | DE/AT/CH | 40–60 km (Etappe) | < 50 m | Flach, Seepanorama |

1. Isar-Radweg München (Bayern, Deutschland) Der perfekte Einstieg für alle, die noch nicht weit vom Sattel weg wollen. Ab dem Stadtzentrum München geht es entlang der Isar durch Auwälder – kein Autoverkehr, gut asphaltiert, Biergärten auf Wunsch. Die Strecke lässt sich frei wählen: 30 Kilometer reichen für eine entspannte Runde, wer will, fährt bis Freising und zurück. Ideal für den allerersten Tag nach dem Winter.
2. Donauradweg Passau–Linz (Österreich) Einer der meistbefahrenen Radwege Europas – aus gutem Grund. Von Passau stromabwärts nach Linz folgt die Route der Donau auf nahezu flachem Terrain. Highlight ist die Schlögener Schlinge, eine spektakuläre 180°-Flussbiegung mitten im Naturschutzgebiet. Die 120 Kilometer lassen sich gut auf zwei Tage aufteilen, die Infrastruktur entlang der Strecke ist ausgezeichnet.
3. Aare-Radweg Thun–Bern (Schweiz) Kurz, aber eindrucksvoll: 32 Kilometer von Thun durch das Aare-Tal bis in die Berner Altstadt. Die Kulisse mit den Berner Alpen im Rücken macht jeden Kilometer sehenswert. Die Route ist ideal als Halbtages-Tour – mit Zeit für einen Kaffee in Bern danach. Gut beschildert als VeloRoute 8, praktisch kein Höhenunterschied.
4. Südschwarzwald-Radweg (Baden-Württemberg, Deutschland) Für alle, die mehr als nur flaches Terrain suchen. Eine Etappe von Hinterzarten Richtung Hochrhein bringt moderate Anstiege mit sich, belohnt aber mit Schwarzwaldlandschaft und Rheintal-Panorama. Im Frühjahr, wenn Schnee auf den Gipfeln schmilzt und die Täler ergrünen, ist der Schwarzwald besonders stimmungsvoll. Wer die Anstiege scheut: Teile der Strecke lassen sich per Bahn überbrücken.
5. Bodensee-Radweg (Deutschland, Österreich, Schweiz) Drei Länder, ein See, unzählige Möglichkeiten. Im Mai blühen die Obstbäume rund um den Bodensee, der Touristenrummel ist noch überschaubar. Einzelne Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern bieten entspannte Touren für jedes Niveau. Wer möchte, dreht eine mehrtägige Runde um den gesamten See – 260 Kilometer, drei Länder, ein unvergessliches Erlebnis.
Bekleidung für Frühjahrstouren
Frühling am Bodensee oder in den Voralpen bedeutet: Morgens 8 Grad, mittags 18 Grad, dazwischen manchmal Regen. Eine einzige dicke Jacke bringt dich da schnell zum Schwitzen – das Zwiebelprinzip ist die bessere Wahl.
Schicht 1 – Basis: Ein atmungsaktives Funktionsshirt oder Merino-Trikot, das Schweiß nach außen transportiert. Baumwolle ist keine Option – sie speichert Feuchtigkeit und kühlt aus.
Schicht 2 – Mitte: Eine dünne Radweste oder leichte Softshell-Jacke puffert den Wind und hält den Rumpf warm, ohne zu überhitzen. Lässt sich in der Trikot-Rücktasche verstauen.
Schicht 3 – Außen: Ein kompakter Windbreaker oder eine leichte Regenjacke für unerwartete Schauer. Packbar auf Handflächengröße ist ideal.
Dazu lohnen sich Beinlinge an kühlen Apriltagen – sie schützen die Kniegelenke und lassen sich bei Erwärmung schnell abziehen. Radhandschuhe mit Polsterung dämpfen Vibrationen und schützen bei einem Sturz. Helmunterhaube oder -überzug für den kühlen Morgenstart. Und eine gute Radbrille schützt Augen vor Wind, Sonne und Insekten gleichermaßen.
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Das Fahrrad hat gegenüber dem Laufen einen klaren Vorteil: Die Gelenkbelastung ist deutlich geringer. Trotzdem braucht der Körper nach dem Winter Zeit, um wieder in den Rad-Rhythmus zu kommen – besonders Kniegelenke und die spezifische Rad-Muskulatur.
Woche 1 und 2: Zwei bis drei lockere Ausfahrten, je 45 bis 90 Minuten. Herzfrequenz im GA1-Bereich (etwa 70–75 % der maximalen Herzfrequenz) – ein Tempo, bei dem du dich noch unterhalten kannst. Flache Strecken bevorzugen, Anstiege bewusst auslassen.
Woche 3 und 4: Distanzen schrittweise erhöhen, nicht mehr als 10 Prozent pro Woche. Erste sanfte Hügel sind jetzt in Ordnung.
Ab Woche 5: Gezielte Anstiege, erste Intervalle wenn gewünscht. Jetzt beginnt das eigentliche Saisontraining.
Ein oft übersehener Tipp: Leichte Gänge mit hoher Kadenz sind knieschonender als schwere Gänge treten. Zielkadenz in der Aufbauphase: 80–90 Umdrehungen pro Minute. Wer das ungewohnt findet, merkt schnell, dass er müder wird – das ist normal und bessert sich mit der Saison.
Welche Tour passt zu dir?
- 1
Wenn du nach langer Pause sanft einsteigen willst
ist der Isar-Radweg München ideal – flach, jederzeit abbrechbar, immer ein Café in der Nähe
- 2
Wenn du gleich eine mehrtägige Tour planst
bietet der Donauradweg Passau–Linz perfekte Etappen, top Infrastruktur und null Höhenmeter
- 3
Wenn du in der Schweiz wohnst oder sie besuchst
ist der Aare-Radweg Thun–Bern kurz aber unvergesslich – Alpenblick inklusive
- 4
Wenn du etwas Abwechslung und moderate Hügel willst
lohnt sich eine Etappe des Südschwarzwald-Radwegs – mit der Bahn als Rückfahroption
- 5
Wenn du mit Freunden oder der Familie unterwegs bist
ist der Bodensee-Radweg erste Wahl – für alle Fitnessstufen, jeder findet sein Tempo
Passt zu dir, wenn …
Fortgeschrittene Freizeitradfahrer, die nach dem Winter einen motivierenden Einstieg in die Saison suchen.
Eher nicht, wenn …
Rennradfahrer mit Wettkampfzielen – für sie gibt es spezialisierte Periodisierungstouren mit mehr Intensität.
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Fahrräder entdecken ↗Häufige Fragen
Wie lange sollte meine erste Radausfahrt nach dem Winter dauern?
45 bis 90 Minuten sind ein guter Rahmen. Wichtiger als die Dauer ist das Tempo: locker, ohne Druck, im Gespräch-Tempo. Wenn du nach 30 Minuten merkst, dass du genug hast – kein Problem. Der erste Tag zählt als Gewöhnung, nicht als Training.
Muss ich nach dem Winter das Fahrrad zum Fachhändler bringen?
Nicht zwingend, wenn du den Selbst-Check gewissenhaft machst. Reifen, Kette, Bremsen und Schaltung kannst du selbst beurteilen. Zum Händler lohnt es sich bei Geräuschen aus dem Tretlager, springender Schaltung oder unsicheren Bremsen – das sind Verschleißthemen, die professionelles Werkzeug brauchen.
Welche DACH-Radwege sind auch bei Frühlingsregen noch gut fahrbar?
Der Donauradweg, der Bodensee-Radweg und der Isar-Radweg sind größtenteils asphaltiert und auch nass gut befahrbar. Schotterwege im Schwarzwald können bei Regen rutschig werden. Generell gilt: Bei Regen lieber langsamer fahren, früher bremsen und auf den Bremsgriff-Druckpunkt achten.
Wie viel Proviant und Wasser brauche ich für eine Tagestour?
Faustregel: etwa 500 ml Wasser pro Stunde Fahrzeit, bei Wärme mehr. An Verpflegung reicht ein kleines Snack alle 45–60 Minuten auf leichten Touren – Riegel, Banane, belegte Brote. Auf den genannten Routen gibt es Gasthöfe und Supermärkte unterwegs, du musst nicht alles von Anfang an mitschleppen.
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