Sportereignisse
Deutschland: Das Aus im Elfmeterschießen — die Bilanz einer bitteren WM

Gruppensieger mit zehn Toren, dann das Drama von Boston: Deutschland scheitert im Sechzehntelfinale mit 3:4 im Elfmeterschießen an Paraguay. Wie es dazu kam — und was von diesem Turnier bleibt.
Das Wichtigste in Kürze
Deutschland gewann die Gruppe E mit einem 7:1 gegen Curaçao und einem 2:1 gegen die Elfenbeinküste — nur gegen Ecuador (1:2) gab es einen Dämpfer.
Im Sechzehntelfinale gegen Paraguay stand es nach 120 Minuten 1:1 — im Elfmeterschießen verlor die DFB-Elf mit 3:4.
Deniz Undav und Kai Havertz trafen im Turnier je dreimal, Florian Wirtz war der auffälligste Kreativspieler.
Nach den Gruppenphasen-Pleiten 2018 und 2022 endet damit auch die dritte WM in Folge früher als erhofft.
So lief die Gruppenphase
Der Start war ein Statement: 7:1 gegen Curaçao — ein Ergebnis, das sofort Erinnerungen an große deutsche Turnierabende weckte, mit einem entfesselten Offensivspiel. Gegen die Elfenbeinküste folgte ein reifes 2:1, ehe die 1:2-Niederlage gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel erste Fragen aufwarf. Weil die Tordifferenz stimmte (10:4), stand am Ende trotzdem der Gruppensieg vor der punktgleichen Elfenbeinküste — und damit auf dem Papier ein machbares Sechzehntelfinale gegen Paraguay.
Das Drama von Boston
Was dann kam, war ein Abend für die schmerzhafte Turniergeschichte: Paraguay verteidigte tief, leidenschaftlich und mit einem überragenden Torhüter Orlando Gill. Nach 120 zähen Minuten stand es 1:1 — Florian Wirtz hatte den deutschen Treffer aufgelegt. Im Elfmeterschießen behielten die Südamerikaner die Nerven: 3:4 aus deutscher Sicht, das Aus im Sechzehntelfinale. Es ist das dritte deutsche Turnier-Aus in Folge vor dem Viertelfinale — und diesmal tat es besonders weh, weil die Mannschaft spielerisch mehr versprochen hatte.
Was von diesem Turnier bleibt
So bitter das Ende war: Die WM hat gezeigt, dass diese Mannschaft Tore schießen kann wie lange nicht — zehn Treffer in der Gruppenphase, dazu ein Joker wie Deniz Undav, der drei Mal traf und zwei Tore auflegte. Die WM läuft ohne Deutschland weiter, und sie bleibt spektakulär: Im WM-Daten-Center laufen alle Achtelfinals, Rekorde und Spielberichte weiter in Echtzeit zusammen — inklusive des Fernduells zwischen Kylian Mbappé und Lionel Messi um den ewigen WM-Torrekord.
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