
5 Dreitausender in den Alpen, die du ohne Klettersteig erreichst
Von 3.016 bis 3.510 Meter — fünf Gipfel in Tirol, Kärnten und Südtirol, die rein wandernd machbar sind.

5 Dreitausender in den Alpen, die du ohne Klettersteig erreichst
Von 3.016 bis 3.510 Meter — fünf Gipfel in Tirol, Kärnten und Südtirol, die rein wandernd machbar sind.
Warum Dreitausender ohne Klettersteig?Inhalt
Ein Gipfel über 3.000 Meter klingt nach Kletterausrüstung, Seilsicherung und alpiner Vorerfahrung. Muss es aber nicht sein. Vor der Haustür — in Tirol, Kärnten und Südtirol — gibt es Dreitausender, die du auf markierten Wegen erreichst — ohne Klettersteigset, ohne Seil, ohne Gletscherkontakt.
Das heißt nicht, dass diese Touren Spaziergänge wären. Trittsicherheit im Blockgelände, gute Kondition und solide Tourenplanung sind Voraussetzung. Aber die technische Hürde fällt weg — und damit auch ein Großteil der Ausrüstung.
Wir stellen dir fünf Gipfel vor, die sich im Anspruch deutlich unterscheiden: vom schnellen Einsteiger-Dreitausender bis zur langen Hochtour auf 3.510 Meter.
Sulzkogel (3.016 m) — der EinsteigerInhalt
Der Sulzkogel in den Stubaier Alpen ist der perfekte erste Dreitausender. Von Kühtai (2.017 m) startest du bereits auf über 2.000 Metern — das spart Höhenmeter und macht die Tour als Tagestour machbar.
Der markierte Weg 146 führt über die Staumauer des Speichers Finstertal und anschließend über den breiten Südrücken zum Gipfel. Das Gelände: Geröll und Blockwerk, aber durchgehend gangbar. Oben wartet ein Gipfelkreuz mit Rundumblick auf die Stubaier Alpen.
Ausgangspunkt: Kühtai / Dortmunder Hütte (1.948 m)
Stützpunkt: Dortmunder Hütte (bewirtschaftet Juni bis Oktober)
Charakter: Markierter Weg, Blockgelände im oberen Teil, keine ausgesetzten Stellen
Habicht (3.277 m) — der KlassikerInhalt
Der Habicht ist einer der bekanntesten Aussichtsberge der Stubaier Alpen — und mit 2.000 Höhenmetern ab Tal eine ernsthafte Unternehmung. Die Tour teilt sich sinnvoll auf zwei Tage auf: Am ersten Tag zur Innsbrucker Hütte (2.369 m, ca. 3 h ab Gschnitz), am zweiten Tag zum Gipfel (ca. 2,5 h).
Der Aufstieg führt über steiles Block- und Schrofengelände. Einzelne Passagen sind mit Drahtseilen gesichert, aber es ist kein Klettersteig im eigentlichen Sinn. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht.
Ausgangspunkt: Gschnitz / Gasthof Feuerstein (1.280 m)
Stützpunkt: Innsbrucker Hütte (2.369 m, DAV, bewirtschaftet Juni bis Oktober)
Charakter: Anspruchsvolle Bergtour, teilweise gesicherte Passagen, kleine Firnfelder/Restgletscher (Habichtferner) möglich
Auf über 3.000 Metern zählt jeder Tritt — trittsichere Bergschuhe sind Pflicht.

Säuleck (3.086 m) — der Panorama-GipfelInhalt
Das Säuleck in der Ankogelgruppe (Hohe Tauern, Kärnten) ist der Geheimtipp in dieser Liste. Vom Arthur-von-Schmid-Haus (2.281 m) am Dösener See führt der Normalweg über die Grazer Scharte auf den Gipfel — steil, aber technisch unkompliziert.
Die Belohnung oben ist ein Panorama, das seinesgleichen sucht: Hochalmspitze, Ankogel, Hoher Sonnblick und bei guter Sicht die Lienzer Dolomiten. Das Säuleck hat auch einen Klettersteig (D/E), aber der Normalweg kommt komplett ohne aus.
Ausgangspunkt: Parkplatz Dösner Tal (1.600 m)
Stützpunkt: Arthur-von-Schmid-Haus (2.281 m, ÖAV, bewirtschaftet Ende Juni bis Ende September)
Charakter: Steiler Anstieg über Gras und Blockgelände, Wegmarkierung vorhanden
Kreuzspitze (3.455 m) — der ÜberraschendeInhalt
Die Kreuzspitze im Ötztal ist der vielleicht überraschendste Gipfel dieser Liste: 3.455 Meter hoch — und trotzdem ohne jede technische Schwierigkeit. Kein Fels zum Klettern, kein Gletscher, kein Drahtseil. Der Aufstieg von der Martin-Busch-Hütte (2.501 m) verläuft über weites Block- und Schuttgelände in Serpentinen bis zum Gipfel.
Am Weg passierst du die verfallene Brizzihütte und einen kleinen Bergsee. Oben öffnet sich ein gewaltiges Panorama: Wildspitze, Similaun, Hintere Schwärze und das Weißkugelgebiet.
Ausgangspunkt: Vent (1.900 m), Aufstieg zur Martin-Busch-Hütte ca. 2 h
Stützpunkt: Martin-Busch-Hütte (2.501 m, DAV Berlin, bewirtschaftet Ende Juni bis Ende September)
Charakter: Unschwierige Hochtour über Schutt und Block, durchgehend markiert

Hochfeiler (3.510 m) — der HöchsteInhalt
Der Hochfeiler ist mit 3.510 Metern der höchste Gipfel der Zillertaler Alpen — und der anspruchsvollste in unserer Auswahl. Der Normalweg von der Hochfeilerhütte (2.715 m) führt ohne Gletscherberührung über Blockgrat und Schuttfelder zum Gipfel.
Der Zustieg von der 3. Kehre des Pfitscher Jochs (1.710 m) bis zur Hütte dauert allein 2,5 bis 3 Stunden. Am Gipfeltag sind dann nochmal 800 Höhenmeter zu bewältigen. Eine Zweitagestour mit Hüttenübernachtung ist hier der Standard.
Ausgangspunkt: 3. Kehre Pfitscher Joch (1.710 m), Pfitschtal/Südtirol
Stützpunkt: Hochfeilerhütte (2.715 m, AVS, bewirtschaftet Mitte Juni bis Mitte September)
Charakter: Lange Hochtour, Blockgelände, sehr gute Kondition erforderlich
Alle fünf im VergleichInhalt
5 Dreitausender im Überblick
| Gipfel | Höhe | Aufstieg (Hm) | Gehzeit Aufstieg | Anspruch |
|---|---|---|---|---|
| Sulzkogel | 3.016 m | 1.000 Hm | 3:30 h | Mittel |
| Habicht | 3.277 m | 2.000 Hm | 5:00 h | Schwer |
| Säuleck | 3.086 m | 820 Hm (ab Hütte) | 3:15 h | Mittel |
| Kreuzspitze | 3.455 m | 950 Hm (ab Hütte) | 2:30 h | Mittel |
| Hochfeiler | 3.510 m | 1.800 Hm | 5:30 h | Schwer |
Welcher Gipfel passt zu dir?
Ideal für
Bergwanderer mit Erfahrung im alpinen Gelände, die ohne Klettersteigausrüstung auf Dreitausender wollen.
Nicht ideal für
Absolute Anfänger ohne alpine Erfahrung — auch unschwierige Dreitausender erfordern Trittsicherheit und Orientierungsvermögen.




