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Rad-Saisonstart: 5 Tagestouren in DACH für die erste Ausfahrt

Niklas·
22. Apr. 2026
·
9 Min.
Rad-Saisonstart: 5 Tagestouren in DACH

Rad-Saisonstart: 5 Tagestouren in DACH

Bodensee, Isar, Donau, Aare, Schwarzwald: Diese fünf Radwege bringen dich sanft und eindrucksvoll zurück in den Sattel.

Vor der Ausfahrt: Der Bike-Check

Das Fahrrad stand seit Oktober in der Garage. Was im Herbst noch tadellos funktioniert hat, kann nach einem Winter im Stillstand nachlassen: Reifen verlieren Luft, Ketten rosten leicht an, Bremsbeläge verhärten. Zehn Minuten Bike-Check vor der ersten Ausfahrt ersparen dir unangenehme Überraschungen unterwegs.

Besonders wichtig: Kein Hochdruckreiniger für die Reinigung. Er presst Wasser in Lager und Tretlager, was langfristig teuer wird. Lauwarmes Wasser, eine weiche Bürste und Kettenfett sind alles, was du brauchst.

Die 5 Touren im Überblick

Die fünf Routen sind bewusst unterschiedlich gewählt: von urban und flach bis alpin und hügelig, verteilt über Deutschland, Österreich und die Schweiz. Alle sind gut ausgeschildert, asphaltiert und auch ohne Vorerfahrung in der Region gut fahrbar. Keine verlangt Rennrad-Fitness, wohl aber Freude am Pedalieren.

Tour
Isar-Radweg München
Land
DE
Distanz
30–53 km
Höhenmeter
< 100 m
Charakter
Flach, urban, Auwälder
Tour
Donauradweg Passau–Linz
Land
DE/AT
Distanz
120 km
Höhenmeter
< 50 m
Charakter
Flussradweg, Kultur
Tour
Aare-Radweg Thun–Bern
Land
CH
Distanz
32 km
Höhenmeter
ca. 150 m
Charakter
Seenlandschaft, Alpenblick
Tour
Südschwarzwald-Radweg
Land
DE
Distanz
ca. 80 km (Etappe)
Höhenmeter
200–300 m
Charakter
Hügelig, abwechslungsreich
Tour
Bodensee-Radweg
Land
DE/AT/CH
Distanz
40–60 km (Etappe)
Höhenmeter
< 50 m
Charakter
Flach, Seepanorama
Seewege wie am Bodensee oder Thunersee: flach, malerisch und ideal für den Wiedereinstieg.
Fahrrad am Uferweg eines Sees im Frühling mit Blick auf sanfte Hügel

1. Isar-Radweg München (Bayern, Deutschland)
Der perfekte Einstieg für alle, die noch nicht lange im Sattel sitzen wollen. Ab dem Stadtzentrum München geht es entlang der Isar durch Auwälder – kein Autoverkehr, gut asphaltiert, Biergärten nach Wunsch. Die Strecke lässt sich frei wählen: 30 Kilometer reichen für eine entspannte Runde, wer möchte, fährt bis Freising und zurück. Ideal für den allerersten Tag nach dem Winter.

2. Donauradweg Passau–Linz (Österreich)
Einer der meistbefahrenen Radwege Europas – aus gutem Grund. Von Passau stromabwärts nach Linz folgt die Route der Donau auf nahezu flachem Terrain. Highlight ist die Schlögener Schlinge, eine spektakuläre 180°-Flussbiegung mitten im Naturschutzgebiet. Die 120 Kilometer lassen sich gut auf zwei Tage aufteilen, die Infrastruktur entlang der Strecke ist ausgezeichnet.

3. Aare-Radweg Thun–Bern (Schweiz)
Kurz, aber eindrucksvoll: 32 Kilometer von Thun durch das Aare-Tal bis in die Berner Altstadt. Die Kulisse mit den Berner Alpen im Rücken macht jeden Kilometer sehenswert. Die Route ist ideal als Halbtagestour – mit Zeit für einen Kaffee in Bern danach. Gut beschildert als VeloRoute 8, praktisch kein Höhenunterschied.

4. Südschwarzwald-Radweg (Baden-Württemberg, Deutschland)
Für alle, die mehr als nur flaches Terrain suchen. Eine Etappe von Hinterzarten Richtung Hochrhein bringt moderate Anstiege mit sich, belohnt aber mit Schwarzwaldlandschaft und Rheintal-Panorama. Im Frühjahr, wenn Schnee auf den Gipfeln schmilzt und die Täler ergrünen, ist der Schwarzwald besonders stimmungsvoll. Wer die Anstiege scheut: Teile der Strecke lassen sich per Bahn überbrücken.

5. Bodensee-Radweg (Deutschland, Österreich, Schweiz)
Drei Länder, ein See, unzählige Möglichkeiten. Im Mai blühen die Obstbäume rund um den Bodensee, der Touristenrummel ist noch überschaubar. Einzelne Tagesetappen von 40 bis 60 Kilometern bieten entspannte Touren für jedes Niveau. Wer möchte, dreht eine mehrtägige Runde um den gesamten See – 260 Kilometer, drei Länder, ein unvergessliches Erlebnis.

Bekleidung für Frühjahrstouren

Frühling am Bodensee oder in den Voralpen bedeutet: Morgens 8 Grad, mittags 18 Grad, dazwischen manchmal Regen. Eine einzige dicke Jacke bringt dich da schnell zum Schwitzen – das Zwiebelprinzip ist die bessere Wahl.

Schicht 1 – Basis: Ein atmungsaktives Funktionsshirt oder Merino-Trikot, das Schweiß nach außen transportiert. Baumwolle ist keine Option – sie speichert Feuchtigkeit und kühlt aus.

Schicht 2 – Mitte: Eine dünne Radweste oder leichte Softshell-Jacke hält den Wind ab und den Rumpf warm, ohne zu überhitzen. Sie lässt sich in der Trikot-Rückentasche verstauen.

Schicht 3 – Außen: Ein kompakter Windbreaker oder eine leichte Regenjacke für unerwartete Schauer. Auf Handflächengröße packbar ist ideal.

Dazu lohnen sich Beinlinge an kühlen Apriltagen – sie schützen die Kniegelenke und lassen sich bei steigenden Temperaturen schnell abziehen. Radhandschuhe mit Polsterung dämpfen Vibrationen und schützen bei einem Sturz. Eine Helmunterhaube oder ein Helmüberzug wärmt beim kühlen Morgenstart. Und eine gute Radbrille schützt die Augen vor Wind, Sonne und Insekten gleichermaßen.

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Trainingsaufbau auf dem Rad

Radfahrerin in Frühlingsradbekleidung auf einem asphaltierten Uferradweg an einem Fluss

Das Fahrrad hat gegenüber dem Laufen einen klaren Vorteil: Die Gelenkbelastung ist deutlich geringer. Trotzdem braucht der Körper nach dem Winter Zeit, um wieder in den Rad-Rhythmus zu kommen – besonders Kniegelenke und die spezifische Radmuskulatur.

Woche 1 und 2: Zwei bis drei lockere Ausfahrten, je 45 bis 90 Minuten. Herzfrequenz im GA1-Bereich (etwa 70–75 % der maximalen Herzfrequenz) – ein Tempo, bei dem du dich noch unterhalten kannst. Flache Strecken bevorzugen, Anstiege bewusst auslassen.

Woche 3 und 4: Distanzen schrittweise erhöhen, nicht mehr als 10 Prozent pro Woche. Erste sanfte Hügel sind jetzt in Ordnung.

Ab Woche 5: Gezielte Anstiege, erste Intervalle nach Wunsch. Jetzt beginnt das eigentliche Saisontraining.

Ein oft übersehener Tipp: Leichte Gänge mit hoher Kadenz schonen die Knie mehr als schwere Gänge. Zielkadenz in der Aufbauphase: 80–90 Umdrehungen pro Minute. Wer das ungewohnt findet, merkt schnell, dass die Beine müder werden – das ist normal und bessert sich mit der Saison.

Welche Tour passt zu dir?

Szenario 1
Wenn

Wenn du nach langer Pause sanft einsteigen willst

Dann

ist der Isar-Radweg München ideal – flach, jederzeit abbrechbar, immer ein Café in der Nähe

Szenario 2
Wenn

Wenn du gleich eine mehrtägige Tour planst

Dann

bietet der Donauradweg Passau–Linz perfekte Etappen, top Infrastruktur und null Höhenmeter

Szenario 3
Wenn

Wenn du in der Schweiz wohnst oder sie besuchst

Dann

ist der Aare-Radweg Thun–Bern kurz, aber unvergesslich – Alpenblick inklusive

Szenario 4
Wenn

Wenn du Abwechslung und moderate Hügel suchst

Dann

lohnt sich eine Etappe des Südschwarzwald-Radwegs – mit der Bahn als Rückfahrmöglichkeit

Szenario 5
Wenn

Wenn du mit Freund:innen oder der Familie unterwegs bist

Dann

ist der Bodensee-Radweg erste Wahl. Er passt für alle Fitnesslevels, und jede:r findet das eigene Tempo

Ideal für

Fortgeschrittene Freizeitradfahrer, die nach dem Winter einen motivierenden Einstieg in die Saison suchen.

Nicht ideal für

Rennradfahrer mit Wettkampfzielen – für sie gibt es spezialisierte Periodisierungstouren mit mehr Intensität.

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Über den Autor

Niklas

Marketing- & Sales-Manager bei SportFits

Niklas ist Marketing- & Sales-Manager bei SportFits und hat in Regensburg erfolgreich angewandte Sportwissenschaften studiert. Im Magazin schreibt er über Trainingswissenschaft, Fitness und Longevity. Sein klarer Anspruch: Trends nicht einfach feiern, sondern wissenschaftlich einordnen. Ob neue Trainingsmethoden oder Supplement-Hypes: Niklas schaut genau hin, trennt Substanz von Marketing und übersetzt Erkenntnisse so, dass sie sich im Alltag wirklich anwenden lassen. Neben Fitness- und Gesundheitsthemen widmet er sich auch der Frage, was im Outdoorsegment heute wirklich zählt. Gerade weil das Angebot an Marken, Produkten und Technologien immer größer wird, will Niklas Orientierung geben: ehrliche Fakten statt leerer Werbesprache, verständliche Einordnung statt Buzzwords und Inhalte, auf die man sich verlassen kann. Sein Ziel ist es, Kunden dabei zu helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und im Produktdschungel eine klare Linie zu finden. Privat ist Niklas sportlich breit aufgestellt: Er spielt Fußball, trainiert regelmäßig im Fitnessstudio und ist gerne in den Bergen unterwegs, ob für aktive Touren, frische Luft oder einfach, um den Kopf frei zu bekommen.

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