
Der Salewa Pedroc 2 Max im Doppeltest
Rund ein Monat auf Mallorca und in den Dolomiten: Wie schlägt sich der leichte Speed-Hiking-Schuh bei Hitze, auf Fels und im Alltag?

Der Salewa Pedroc 2 Max im Doppeltest
Rund ein Monat auf Mallorca und in den Dolomiten: Wie schlägt sich der leichte Speed-Hiking-Schuh bei Hitze, auf Fels und im Alltag?
Ein Schuh sagt wenig über sich selbst. Scharf wird das Bild erst, wenn zwei Menschen mit unterschiedlichen Füßen und unterschiedlichem Tempo dasselbe Modell über Wochen tragen.
Genau das haben wir gemacht. Der Salewa Pedroc 2 Max ging an Ines und Janpaul: einmal in die sommerliche Hitze Mallorcas, einmal auf die Feierabendrunde im Wald und weiter auf Bergtouren in den Dolomiten.

Ines und Janpaul: zwei ReviereInhalt
| Spalte 1 | Ines auf Mallorca | Janpaul in den Dolomiten |
|---|---|---|
| Hauptgelände | Waldwege, wurzelige Trails, Schotter, Fels, Sand | Steiler Waldtrail mit Wurzeln und Steinen, Schotter, felsige Passagen |
| Schlüsseltour | 13 km, 700 hm, über 30 °C | 5-km-Feierabendrunde, dazu Bergtouren in den Dolomiten |
| Zusätzlich | Alltag, Hunderunde, jagdlicher Einsatz | Längere Wanderungen, technischere Abschnitte |
Der Pedroc 2 Max in Zahlen
Zwei Bauteile erklären einen guten Teil der Rückmeldungen: Unter dem Mesh sitzt eine EVA-Zwischensohle mit integrierter Stabilitätsplatte. Sie sorgt für die Führung, die Ines geschätzt hat — und für die Steifigkeit, die Janpaul auf Wurzeln zu viel war.
Erster Eindruck und VerarbeitungInhalt
Beide Rückmeldungen beginnen fast wortgleich: saubere Nähte, keine Materialfehler, ein Obermaterial, das sich hochwertig anfühlt. Ines hebt zusätzlich das Design hervor.
Beim ersten Anziehen dann der Satz, auf den alle warten, die schon mit Blasen von einer Tour heimgekommen sind: Der Schuh sitzt sofort. Kein Einlaufen, keine Druckstellen.
Ein Detail bewerten die beiden unterschiedlich. Statt eines Quick-Lace-Systems kommen klassische Schnürsenkel zum Einsatz. Für Ines ist das ein Wermutstropfen, gerade im Alltag. Janpaul kommt gut damit zurecht: Die Schnürung lässt sich fein anpassen und erzeugt auch auf langen Touren keine Druckstellen.
Die GrößenfrageInhalt
Ein Punkt, der beim Onlinekauf bares Geld spart: Janpaul besitzt den Salewa Pedroc 2 PTX in Größe 42,5 und stößt dort bergab vorne an. Also griff er beim Max zur 43 und lag daneben — das Modell ohne Membran fällt großzügiger aus. Bleib also bei deiner gewohnten Größe.
Auf dem Trail: Dämpfung, Grip und FußklimaInhalt
Hier sind sich die beiden Tests einig, und das über sehr unterschiedliche Untergründe hinweg.
Die Dämpfung nennen beide als klare Stärke. Unebenheiten werden spürbar abgefedert, ohne dass der Kontakt zum Boden verloren geht — auf langen Abstiegen ebenso wie auf festen Forststraßen.
Der Grip hält, was die Außensohle verspricht: auf trockenen Waldwegen, Schotter und steinigen Wanderwegen ein sicheres Gefühl, besonders im Anstieg. Auf Mallorca kam Fels dazu, bei kleinen Kraxeleien hatte Ines jederzeit sicheren Stand.
Das Fußklima hielt selbst über 30 °C stand. Die atmungsaktiven Mesheinsätze sorgten den ganzen Tag für ein angenehmes Klima.

Der Punkt, an dem die beiden Tests auseinandergehenInhalt

Jetzt die Stelle, die den Schuh am besten erklärt.
Ines neigt nach eigener Aussage zum Umknicken und ist bergab vorsichtig unterwegs. Ihr Fazit: Der Pedroc 2 Max gab ihr über die gesamte Tour ein sicheres, stabiles Laufgefühl, ohne dabei Komfort zu kosten.
Janpaul berichtet das Gegenteil. Für ihn ist die Sohle zu steif und zu breit. Auf Forststraßen stört ihn das kaum, aber sobald Wurzeln, größere Steine und schräge Passagen dazukommen, gibt sie ihm zu wenig nach. Kommt der Fuß ungünstig auf, entsteht schnell eine seitliche Kippbewegung.
Das ist kein Widerspruch, sondern dieselbe Konstruktion aus zwei Perspektiven. Eine steifere Sohle stützt, solange sie satt aufsetzt — sie führt aber weniger, sobald der Untergrund kippelt und Tempo dazukommt.
Gemacht für längere Wanderungen und Speed Hiking auf einfachem bis mäßig anspruchsvollem Terrain, dazu jeden trockenen Alltagseinsatz. Nicht ideal, wenn es sehr technisch wird und du dabei Tempo machst.
Nicht wasserdicht, dafür schnell trockenInhalt
Der Pedroc 2 Max hat keine wasserdichte Membran, er ist ein Schönwetterschuh. Wird er nass, trocknet er zügig — auf Mallorca hat sogar Salzwasser keine Spuren hinterlassen. Wer ganzjährig bei Nässe unterwegs ist, schaut sich die PTX-Variante an.
Haltbarkeit und AlltagInhalt
Nach mehreren Wochen kommen beide zum selben Schluss: Fels, Sand und Schotter haben keine sichtbaren Schäden hinterlassen, das Profil ist intakt.
Auffällig ist, wie oft der Schuh den Trail verlässt. Ines trägt ihn bei der Hunderunde und im jagdlichen Einsatz, Janpaul schätzt die Bandbreite zwischen gemütlichem Wandern und deutlich schnellerem Tempo.
Vorteile
- Komfortable Dämpfung, die auf langen Strecken und Abstiegen trägt
- Zuverlässiger Grip auf Wald-, Schotter- und Steinwegen
- Angenehmes Fußklima auch bei über 30 °C
- Sitzt ohne Einlaufen, keine Druckstellen bei beiden
- Robuste Verarbeitung, trocknet schnell
Nachteile
- Sohle für manche Füße zu steif auf stark unebenem Gelände
- Keine wasserdichte Membran
- Kein Quick-Lace-System (Nachteil für alle die dieses System bevorzugen)
Unser FazitInhalt
Der Salewa Pedroc 2 Max ist ein komfortabler Allrounder für trockene Tage. Sein Revier sind klassische Wander-, Wald- und Schotterwege, Speed Hiking und der Alltag zwischen Hunderunde und Feierabendtour.
Seine Grenze ist sehr technisches, stark unebenes Gelände bei hohem Tempo. Wie stark dich das trifft, hängt von Fuß und Laufstil ab — und genau deshalb lohnt hier der Blick auf beide Testberichte statt auf eine einzelne Note.



