So war Sölden: Moltzans erster Sieg, Braathens Sprint im Wind

Zwei Hundertstel, ein Reservestart und ein neuer Name ganz oben. Der Rückblick auf den Weltcup-Auftakt am Rettenbachferner, mit Strecke, Gebiet und Spiel zum Nachfahren.
Eine Hundertstel am Samstag, eine Hundertstel am Sonntag. Mehr trennte die Plätze nicht, um die es in Sölden am Ende ging. Am Rettenbachferner hat der Winter begonnen, mit Neuschnee am Samstagmorgen und Sturmböen am Sonntag. Und mit einer Siegerin, die 148 Weltcuprennen lang auf diesen Tag gewartet hatte.
Wer am Wochenende nicht am Gletscher stand, kann die Strecke hier nachfahren: von oben im Bild, in 3D und im Spiel. Erst aber die beiden Tage.
Samstag: Neuschnee, schlechte Sicht, eine neue Siegerin
Über Nacht hatte es geschneit. Die Pistenmannschaft brauchte länger, der erste Lauf startete eine halbe Stunde später als geplant. Nach dem ersten Durchgang führte Mikaela Shiffrin, Paula Moltzan lag auf Rang fünf.
Dann zog es zu. Im zweiten Lauf wurde die Sicht immer schlechter, und wer nach dem ersten Durchgang vorn lag, startete zuletzt. Moltzan war früher dran und setzte 2:14,82 Minuten. Die Zeit hielt. Lara Colturi aus Albanien kam bis auf 0,01 Sekunden heran, Emma Aicher bis auf 0,52. Shiffrin, die hier ihren 111. Weltcupsieg hätte feiern können, fiel auf Platz sieben zurück.
Für Moltzan ist es der erste Sieg im Weltcup. Sie ist 32, hatte zehnmal auf dem Podest gestanden und in Sölden schon im Vorjahr gezeigt, dass ihr der Hang liegt: 2025 wurde sie hier Zweite. In diesem Herbst fuhr sie zum ersten Mal auf neuem Material, als erste Frau auf Ski von Van Deer. Ein Wechsel, der sich nach einem Rennen bezahlt gemacht hat.
Aicher ist 22 und stand damit in jeder Disziplin schon einmal unter den ersten drei. Hinter dem Podest lohnt der Blick auf zwei weitere Namen. Camille Rast kam als Sechste zum ersten Mal in Sölden unter die besten zehn. Petra Vlhova fuhr nach 1.008 Tagen Verletzungspause wieder ein Weltcuprennen und wurde 23. Beste Österreicherin war Franziska Gritsch auf Rang neun. Julia Scheib, die Siegerin des Vorjahres, schied aus.
Sölden in vier Zahlen
- Moltzan vor Colturi
- 0,01 s
- Meillard vor Odermatt
- 0,01 s
- Rennen bis zu Moltzans erstem Sieg
- 149
- Pause bis Vlhovas Comeback
- 1.008 Tage

Sonntag: Wind von oben, Start von weiter unten
Am Sonntag kam der Wind. Die Böen im oberen, flachen Teil waren zu stark, gestartet wurde vom tiefer gelegenen Reservestart. Ein kürzeres Rennen verzeiht weniger. Wer oben zögert, holt das unten nicht mehr auf.
Lucas Pinheiro Braathen zögerte nicht. Der 26-Jährige, der inzwischen für Brasilien fährt, gewann in 1:44,72 Minuten und mit fast einer halben Sekunde Vorsprung. In Sölden hatte er schon 2020 gewonnen, damals noch für Norwegen. Hinter ihm entschied der unterste Abschnitt das Schweizer Duell: Loïc Meillard war 0,48 Sekunden zurück, Marco Odermatt 0,49.
Für Meillard war es das erste Podest in Sölden, und das im ersten Rennen als Vater. Odermatt, im Vorjahr hier Sieger, fuhr sein 200. Weltcuprennen und stand zum 103. Mal auf dem Podest. Die beiden anderen vom Podium 2025 kamen diesmal nicht ins Ziel: Marco Schwarz schied im ersten Lauf nach dem siebten Tor aus, Atle Lie McGrath nach fünf Toren.
Österreichs Bester war Raphael Haaser als Fünfter, mit der schnellsten Fahrt im zweiten Lauf. Stefan Brennsteiner fiel auf Rang elf zurück. Henrik Kristoffersen verlor im Finale 15 Plätze und wurde 22. Und ganz hinten im Feld holte der junge Schweizer Lenz Hächler mit Startnummer 43 als 25. erst die zweiten Weltcuppunkte seiner Karriere.

Was vom Auftakt bleibt
Ein Jahr zuvor sah das Podium in Sölden vertraut aus: Scheib vor Moltzan bei den Damen, Odermatt vor Schwarz und McGrath bei den Herren. Diesmal standen eine Erstsiegerin, eine 22-Jährige und ein Brasilianer ganz oben. Der Winter beginnt offener, als es die Favoritenlisten vor dem Wochenende vermuten ließen.
Als Nächstes sind die Slalom-Spezialisten dran: in Levi am 14. November (Damen) und 15. November (Herren), danach am 21. und 22. November in Gurgl, hinten im Ötztal. Der nächste Riesenslalom der Herren folgt Ende November in Copper Mountain.
Selbst auf den Rettenbach
Die Rennstrecke liegt mitten im Skigebiet am Rettenbachferner. Wie steil sie wirklich ist und wo die Schlüsselstellen liegen, zeigt der Pistenplan in 3D. Die ganze Geschichte des Hangs steht in unserem Streckenporträt des Rettenbachferners.
Pistenverläufe nach OpenStreetMap und dem Pistenplan des Skigebiets, teils ungefähr. Maßgeblich ist der offizielle Pistenplan vor Ort.
Auf der Seite zum Skigebiet Sölden findest du, was gerade offen hat, die Schneelage und das Wetter am Berg. Nach Angaben der Bergbahnen öffnen Giggijoch und Gaislachkogl am 12. November, bis dahin fährst du auf den beiden Gletschern. Wo du wohnst und welcher Skitag zu dir passt, klärt Sölden im Winter: Welcher Ortsteil, welcher Skitag?, alles zum Ort steht auf der Ortsseite Sölden. Ob es diese Woche schneit, zeigt das Schneeradar. Und wer Sölden lieber von oben sieht: Im Alpenflug ist der Ort eine Station auf dem Weg von der Zugspitze in die Dolomiten.

3D-Orientierung · 10 Kapitel
Sölden
Sölden im Oktober
Skigebiet · Sölden im Ötztal
Skitag am Gletscher, Weltcup am Nachmittag.
- Mitte Oktober läuft nur der Tiefenbach: vier Lifte, rund sechs Pistenkilometer.
- Weltcup am Samstag, 24.10. (Damen) und Sonntag, 25.10. (Herren), jeweils 10 und 13 Uhr.
- Dein Skipass gilt am Rennwochenende als Stehplatz und Shuttle-Ticket.
- Das ganze Skigebiet öffnet am 12. November.
Unten Herbst, oben Schnee
08:35 · Sölden · 1.368 m
Im Tal riecht es nach Herbst, oben auf 3.000 Metern liegt Schnee. Skifahren in Sölden heißt im Oktober Skifahren am Gletscher. Die Bergbahnen haben dort am 9. Oktober gestartet. Die Saison am Gletscher läuft bis 2. Mai 2027.
Ohne Auto: Bahn bis Ötztal-Bahnhof, Bus 320 nach Sölden. Hinauf fährt bis 22. Oktober die Linie 70, nur zweimal am Morgen, um 8:35 und 10:05 Uhr. Das ist kein Takt.
13 Kilometer bis zum Rettenbach
Ötztaler Gletscherstraße · bis 2.830 m
Die Straße steigt im Schnitt um 11 Prozent, höchstens um 13. Durch den 1,8 Kilometer langen Rosi-Mittermaier-Tunnel geht es drei Kilometer weiter zum Tiefenbach. Mit gültigem Skipass fährst du mautfrei.
Winterreifen sind Pflicht, auch im Herbst. Schneeketten gehören in den Kofferraum.
Der Weltcup-Hang
10:00 · Rettenbachgletscher · 2.675 bis 3.250 m
Am Rettenbach liegen rote und schwarze Pisten, dort trainieren Nationalteams. Die Bergbahnen nennen den Weltcup-Hang die steilste Abfahrt im Skigebiet, mit bis zu 65 Prozent Neigung. Seit 1993 startet hier der Weltcup in den Winter.
2.990 mStart Herren im Vorjahr
2.670 mZiel
38Tore auf 320 Höhenmetern
Die beiden Linien im Gelände liegen auf Start- und Zielhöhe des Vorjahres. Wann die Rennpiste für Gäste öffnet, sagen die Bergbahnen nicht. Rechne im Oktober nicht damit.
Das Rennwochenende
13:00 · zweiter Lauf
Bis zum ersten Lauf der Damen
Programm laut Veranstalter, Änderungen bei schlechtem Wetter vorbehalten Sa, 24.10.Riesentorlauf Damen10:00 und 13:00 So, 25.10.Riesentorlauf Herren10:00 und 13:00 Fr und SaWeltcup-Party am Parkplatz Giggijochbahnab 17:30
Dein Skipass gilt am Rennwochenende als Stehplatz-Eintritt, ebenso die Tirol Regio Card und die Tirol Snow Card. Den Shuttle zum Gletscher fährst du damit kostenlos. Nur zuschauen kostet online 30 Euro, an der Kasse 35.
Am Berg wie im Tal ist alles bargeldlos. Nimm Karte oder Handy mit.
Fahr die Strecke selbst: die Slalom-Challenge auf der Weltcup-Strecke →
Zwei Gletscher, ein Tunnel
Schwarze Schneid · 3.240 m
Rettenbach und Tiefenbach verbindet der Skitunnel an der Schwarzen Schneid auf 3.240 Metern, dazu die Gletscherskischaukel mit Seiterkar und Seiterjöchl.
Du kannst also morgens am Tiefenbach Ski fahren und zum zweiten Lauf hinüber zum Ziel.
Was Mitte Oktober offen war
Tiefenbachgletscher · 2.795 bis 3.249 m
4 von 31Liften
6,3 kmvon 147,2 Pistenkilometern
Der Tiefenbach ist sanfter, mit blauen und roten Pisten. Für den ersten Skitag nach dem Sommer passt das gut, auch für Familien.
Offen waren dazu die Pisten 31, 33, 34 und 38. Das ist eine Momentaufnahme. Welche Lifte laufen, entscheidet sich im Herbst täglich: am Vorabend in die Live-Info der Bergbahnen schauen.
Herbst auf 3.000 Metern
16:30 · oben an der Tiefenbachbahn
Ab 16:30 Uhr präparieren die Bergbahnen alle Pisten, damit sie über Nacht durchfrieren. Morgens sind sie griffig, nach kalten Nächten auch hart. Lass die Kanten vor dem ersten Skitag schleifen.
Wind ist im Herbst der häufigste Spielverderber. Schon kleinräumiger Wind an einer Bergstation kann eine ganze Anlage stilllegen, oft ohne dass man es im Tal merkt.
Der Lawinenreport für Tirol erscheint erst im Winter. Bleib auf den gesicherten Pisten.
Dann ist das ganze Skigebiet offen
Ab 12. November
Giggijoch und Gaislachkogl starten am Donnerstag, 12. November. Dann gilt der Winterskipass, und Sölden ist mit seinen 31 Anlagen wieder komplett, soweit der Schnee reicht.
Eine Woche später folgt das hintere Ötztal: Obergurgl-Hochgurgl öffnet am 19. November, am 21. und 22. November fährt dort der Weltcup den Slalom.
Für alle, die früh in die Saison wollen
Lohnt sich Sölden im Oktober?
- Ski fahren und Rennen sehen: Skipass kaufen, er gilt als Eintritt und für den Shuttle.
- Nur zuschauen: Stehplatz online kaufen, mit Bahn und Bus 320 anreisen.
- Viele Pistenkilometer: ab 12. November nach Sölden oder ab 19. November nach Obergurgl.
- Mit dem Auto: Winterreifen, am Rennwochenende im Tal parken.
Für den ersten Skikurs wartest du besser auf den Winter.
Fahr die Strecke selbst
Wie sich der Rettenbach anfühlt, wenn du selbst im Starthaus stehst, probierst du in unserem Slalom-Spiel aus. Drei Läufe auf der Weltcup-Strecke, die beste Zeit zählt. Mit Wertung und Gewinnspiel bis zum 28. Oktober, danach zum Spaß. Alle Spiele findest du unter Mitmachen.
Was am Rettenbach getragen wurde
Wer im Weltcup fährt, fährt das Material seiner Ausrüster. Ein Teil davon steckt auch in unserem Sortiment. Nach Herstellerangaben gibt es bei POC einen Helm in Odermatts eigener Edition, X-Bionic führt ihn als Athleten, Braathen gehört zum Rennteam von Atomic. Das deutsche Team ist laut Skiverband mit Brillen von Uvex ausgerüstet.
Ausrüstung wie am Rettenbach
Ausgewählt nach den Ausrüstern der Fahrerinnen und Fahrer. Was im Rennen getragen wird, ist oft ein Sondermodell.
POCObex Pure Odermatt Ed.Odermatts Signature-Edition bei POCZum Produkt →
UvexEvidnt AttractUvex rüstet das deutsche Team ausZum Produkt →
AtomicRedster TX 120Skischuh aus Atomics Redster-LinieZum Produkt →
X-BionicEnergy Accumulator 4.0 Shirt Long Sleeve MenFunktionsshirt von X-Bionic, Odermatts AusrüsterZum Produkt →
Preise aus dem Shop, beim Laden der Seite abgefragt. Im Shop gilt der dort angezeigte Preis.
Der richtige Helm hängt an deinem Kopf, nicht an einem Namen. Bevor du kaufst, hilft dir der Skihelm-Berater, für die Brille der Skibrillen-Berater. Weitere Ausrüstung für den Saisonstart findest du im Weltcup-Feeling.
Quellen (8)
- SRF Sport: Moltzan überrascht beim Auftakt, 24.10.2026 ↗
- sport.ORF.at: US-Amerikanerin Moltzan gewinnt Sölden-RTL, 24.10.2026 ↗
- SRF Sport: Nur Pinheiro Braathen steht Meillard und Odermatt vor der Sonne, 25.10.2026 ↗
- tirol.ORF.at: Braathen gewinnt RTL, 25.10.2026 ↗
- Sky Sport Austria: Braathen gewinnt in Sölden, Haaser bester Österreicher, 25.10.2026 ↗
- Sportschau: Ergebnisse Riesenslalom Damen Sölden, 25.10.2025 ↗
- Sportschau: Ergebnisse Riesenslalom Herren Sölden, 26.10.2025 ↗
- Bergbahnen Sölden: Live-Infos und Skigebietsnews ↗
Inspiration, Wissen und Ausrüstung für Menschen, die draußen mehr erleben wollen.





