
MIPS-Technologie in Helmen
Wie eine dünne Schicht im Helm dein Gehirn bei schrägen Stürzen schützt

MIPS-Technologie in Helmen
Wie eine dünne Schicht im Helm dein Gehirn bei schrägen Stürzen schützt
Ein Helm schützt den Kopf, so viel ist klar. Doch die meisten Stürze treffen den Helm nicht frontal, sondern schräg. Genau hier setzt MIPS an: Das Multi-Directional Impact Protection System ist eine zusätzliche Schutzschicht, die Rotationskräfte vom Gehirn ableitet.
Was ist MIPS?Inhalt
MIPS steht für Multi-Directional Impact Protection System: ein Sicherheitssystem, das seit Mitte der 1990er an der KTH Stockholm und am Karolinska-Institut entwickelt wurde. Es ist kein eigener Helm, sondern eine dünne, bewegliche Zwischenschicht zwischen Polsterung und Aussenschale. Erkennbar ist ein MIPS-Helm am gelben Logo innen oder aussen am Helm. MIPS ergänzt den normgeprüften Helm, ersetzt aber nicht die übliche Schutzfunktion.
Wie funktioniert MIPS?Inhalt
Im Helm sitzt eine gleitfähige Schicht, die sich bei einem schrägen Aufprall um 10–15 Millimeter relativ zum Kopf bewegen kann. Diese Gleitbewegung verteilt Rotationsenergie über eine grössere Fläche im Helmmaterial, bevor die volle Kraft am Kopf ankommt. Das Prinzip kopiert das natürliche Schutzsystem im Kopf: Hirnhäute und Gehirnwasser sorgen ebenfalls für eine minimale Relativbewegung zwischen Schädel und Gehirn.

Was MIPS konkret bringtInhalt
Schräg- und Drehbewegungen können empfindliches Gehirngewebe dehnen und Scherbelastungen auslösen. Diese hängen mit schweren Verletzungen wie Diffuse Axonal Injury oder Subduralhämatomen zusammen. MIPS reduziert die Rotationsbewegung, die bei einem schrägen Aufprall auf das Gehirn übertragen wird. Studien zeigen, dass Helme mit Rotationsdämpfung in Tests geringere Belastungen verursachen als herkömmliche Modelle.
MIPS vs. klassischer Helm: die UnterschiedeInhalt
| Eigenschaft | Klassischer Helm | MIPS-Helm |
|---|---|---|
| Schutz bei frontalen Stössen | Ja (EPS-Schaum) | Ja (EPS-Schaum) |
| Schutz bei Rotationskräften | Eingeschränkt | Zusätzliche Dämpfung |
| Innenleben | Polsterung + Außenschale | + bewegliche Gleitschicht |
| Mehrgewicht | Nein | 20–45 Gramm |
| Spürbar beim Tragen | Nein | Kaum merkbar |
| Preis | Basis | Leichter Aufpreis |
| Normen | CE-geprüft | CE-geprüft + MIPS |
7 Einträge in der Vergleichstabelle
In welchen Helmarten steckt MIPS?Inhalt
MIPS ist ein Lizenzsystem, das inzwischen in über 150 Partnermarken verbaut wird. Die Bandbreite reicht vom City-Fahrradhelm über Ski- und Snowboardhelme bis zum Kletter- und Reithelm. Viele Serien werden parallel als Standard- und MIPS-Variante angeboten, erkennbar am Namenszusatz „MIPS“ im Modellnamen.
City, MTB, Rennrad, E-Bike
Fahrrad
Piste, Park, Freeride
Ski & Snow
Fels, Klettersteig, Eis
Klettern
Reitsport, Motocross
Reiten & Motor

Für wen lohnt sich MIPS?Inhalt
MIPS ist besonders sinnvoll bei Sportarten mit höherem Sturzrisiko und typischen Schrägaufprallen. Je höher das Tempo und je unübersichtlicher das Gelände, desto relevanter wird zusätzliche Rotationsdämpfung. Mountainbiken, Rennradfahren im Straßenverkehr, Skifahren abseits der Piste oder Klettern am Fels: überall dort treffen Stürze nicht nur frontal, sondern auch schräg auf.
Vorteile
- Reduziert nachweislich Rotationskräfte bei schrägen Stürzen
- Nur 20–45 Gramm Mehrgewicht, kaum spürbar
- Verfügbar bei über 150 Marken und in allen Helmkategorien
- Einfach am gelben MIPS-Logo erkennbar
- Erfüllt zusätzlich alle gängigen Sicherheitsnormen
Nachteile
- Leichter Aufpreis gegenüber Standard-Varianten
- Kein Schutz-Garant: Die Passform bleibt entscheidend
- Schützt primär bei schrägen, nicht bei rein frontalen Stößen
- Konkurrenzsysteme wie SPIN oder WaveCel bieten ähnliche Ansätze
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Häufige Fragen zur MIPS-TechnologieInhalt
Fazit: Lohnt sich MIPS?Inhalt
MIPS ersetzt keinen guten Helm, aber es macht einen guten Helm besser. Wer regelmäßig mit Helm unterwegs ist, profitiert von der zusätzlichen Schutzebene gegen Rotationskräfte. Der geringe Aufpreis und das kaum spürbare Mehrgewicht sprechen dafür, bei der nächsten Anschaffung gezielt nach der MIPS-Variante zu suchen. Entscheidend bleibt: Der Helm muss passen. Erst Größe und Sitz, dann Technologie.




