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MIPS-Technologie in Helmen: Wie eine dünne Schicht dein Gehirn schützt

Thorsten·
16. Feb. 2026
·
9 Min.
MIPS-Technologie in Helmen

MIPS-Technologie in Helmen

Wie eine dünne Schicht im Helm dein Gehirn bei schrägen Stürzen schützt

Ein Helm schützt den Kopf, so viel ist klar. Doch die meisten Stürze treffen den Helm nicht frontal, sondern schräg. Genau hier setzt MIPS an: Das Multi-Directional Impact Protection System ist eine zusätzliche Schutzschicht, die Rotationskräfte vom Gehirn ableitet.

Was ist MIPS?

MIPS steht für Multi-Directional Impact Protection System: ein Sicherheitssystem, das seit Mitte der 1990er an der KTH Stockholm und am Karolinska-Institut entwickelt wurde. Es ist kein eigener Helm, sondern eine dünne, bewegliche Zwischenschicht zwischen Polsterung und Aussenschale. Erkennbar ist ein MIPS-Helm am gelben Logo innen oder aussen am Helm. MIPS ergänzt den normgeprüften Helm, ersetzt aber nicht die übliche Schutzfunktion.

Wie funktioniert MIPS?

Im Helm sitzt eine gleitfähige Schicht, die sich bei einem schrägen Aufprall um 10–15 Millimeter relativ zum Kopf bewegen kann. Diese Gleitbewegung verteilt Rotationsenergie über eine grössere Fläche im Helmmaterial, bevor die volle Kraft am Kopf ankommt. Das Prinzip kopiert das natürliche Schutzsystem im Kopf: Hirnhäute und Gehirnwasser sorgen ebenfalls für eine minimale Relativbewegung zwischen Schädel und Gehirn.

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Was MIPS konkret bringt

Schräg- und Drehbewegungen können empfindliches Gehirngewebe dehnen und Scherbelastungen auslösen. Diese hängen mit schweren Verletzungen wie Diffuse Axonal Injury oder Subduralhämatomen zusammen. MIPS reduziert die Rotationsbewegung, die bei einem schrägen Aufprall auf das Gehirn übertragen wird. Studien zeigen, dass Helme mit Rotationsdämpfung in Tests geringere Belastungen verursachen als herkömmliche Modelle.

MIPS vs. klassischer Helm: die Unterschiede

Eigenschaft
Schutz bei frontalen Stössen
Klassischer Helm
Ja (EPS-Schaum)
MIPS-Helm
Ja (EPS-Schaum)
Eigenschaft
Schutz bei Rotationskräften
Klassischer Helm
Eingeschränkt
MIPS-Helm
Zusätzliche Dämpfung
Eigenschaft
Innenleben
Klassischer Helm
Polsterung + Außenschale
MIPS-Helm
+ bewegliche Gleitschicht
Eigenschaft
Mehrgewicht
Klassischer Helm
Nein
MIPS-Helm
20–45 Gramm
Eigenschaft
Spürbar beim Tragen
Klassischer Helm
Nein
MIPS-Helm
Kaum merkbar
Eigenschaft
Preis
Klassischer Helm
Basis
MIPS-Helm
Leichter Aufpreis
Eigenschaft
Normen
Klassischer Helm
CE-geprüft
MIPS-Helm
CE-geprüft + MIPS

7 Einträge in der Vergleichstabelle

In welchen Helmarten steckt MIPS?

MIPS ist ein Lizenzsystem, das inzwischen in über 150 Partnermarken verbaut wird. Die Bandbreite reicht vom City-Fahrradhelm über Ski- und Snowboardhelme bis zum Kletter- und Reithelm. Viele Serien werden parallel als Standard- und MIPS-Variante angeboten, erkennbar am Namenszusatz „MIPS“ im Modellnamen.

City, MTB, Rennrad, E-Bike

Fahrrad

Marken wie Giro, POC, ABUS, Smith, Bontrager, Sweet Protection und MET bieten MIPS-Varianten in nahezu allen Preisklassen.
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Piste, Park, Freeride

Ski & Snow

uvex, POC, Sweet Protection und Giro setzen bei Skihelmen zunehmend auf MIPS, besonders in der mittleren und oberen Preiskategorie.
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Fels, Klettersteig, Eis

Klettern

Kletterhelme mit MIPS schützen zusätzlich bei seitlichen Anprallern am Fels. Petzl, Black Diamond und Mammut bieten entsprechende Modelle.
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Reitsport, Motocross

Reiten & Motor

Auch Reit- und Motorradhelme profitieren vom Rotationsschutz. Hier sind MIPS-Modelle vor allem im Premium-Segment verbreitet.
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Für wen lohnt sich MIPS?

MIPS ist besonders sinnvoll bei Sportarten mit höherem Sturzrisiko und typischen Schrägaufprallen. Je höher das Tempo und je unübersichtlicher das Gelände, desto relevanter wird zusätzliche Rotationsdämpfung. Mountainbiken, Rennradfahren im Straßenverkehr, Skifahren abseits der Piste oder Klettern am Fels: überall dort treffen Stürze nicht nur frontal, sondern auch schräg auf.

Vorteile

  • Reduziert nachweislich Rotationskräfte bei schrägen Stürzen
  • Nur 20–45 Gramm Mehrgewicht, kaum spürbar
  • Verfügbar bei über 150 Marken und in allen Helmkategorien
  • Einfach am gelben MIPS-Logo erkennbar
  • Erfüllt zusätzlich alle gängigen Sicherheitsnormen

Nachteile

  • Leichter Aufpreis gegenüber Standard-Varianten
  • Kein Schutz-Garant: Die Passform bleibt entscheidend
  • Schützt primär bei schrägen, nicht bei rein frontalen Stößen
  • Konkurrenzsysteme wie SPIN oder WaveCel bieten ähnliche Ansätze

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Häufige Fragen zur MIPS-Technologie

Fazit: Lohnt sich MIPS?

MIPS ersetzt keinen guten Helm, aber es macht einen guten Helm besser. Wer regelmäßig mit Helm unterwegs ist, profitiert von der zusätzlichen Schutzebene gegen Rotationskräfte. Der geringe Aufpreis und das kaum spürbare Mehrgewicht sprechen dafür, bei der nächsten Anschaffung gezielt nach der MIPS-Variante zu suchen. Entscheidend bleibt: Der Helm muss passen. Erst Größe und Sitz, dann Technologie.

Über den Autor

Thorsten

CMO bei SportFits · Redaktion: evidenzbasierte Fitness, Training & Longevity

Thorsten schreibt im Magazin über Training, Gesundheit und Ernährung, mit einem klaren Anspruch: Inhalte müssen nachvollziehbar, praktisch und frei von Hype sein. Er nutzt Studien, Leitlinien und Erfahrungen aus dem Sportalltag, ordnet Trends kritisch ein und zeigt auch Grenzen, Trade-offs und Alternativen auf. Sein Fokus liegt auf langfristiger Leistungsfähigkeit: Krafttraining als Basis, sinnvoll dosiertes Ausdauertraining, gute Regeneration und Routinen, die im Alltag wirklich funktionieren. Ernährung: pescetarisch, proteinbewusst, mit Augenmerk auf Sättigung, Energie und Metabolik. Wenn Thorsten Produkte oder Marken erwähnt, dann transparent und nutzenorientiert. Empfehlungen gibt es nur, wenn sie fachlich begründbar sind und zum jeweiligen Einsatz passen.

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